Sanierungsverhalten und Akzeptanz

Sanierungsverhalten von Hausbesitzer*innen in Bayern

Die Region kann ihr Ziel nur erreichen, wenn verstärkt Energie eingespart wird. Der Gebäudesektor bietet hier hohes Potenzial. Deshalb wurde anhand einer umfangreichen Befragung bayerischer Hausbesitzer*innen untersucht, warum und unter welchen Bedingungen Haushalte energetisch sanieren und wie sich ihr Entscheidungsprozess von der ersten Idee bis zur tatsächlichen Umsetzung gestaltet. So zeigte sich, dass die Hauptbedenken der Hausbesitzer gegenüber energetische Sanierung vor allem die hohen Investitionskosten sind sowie dass die erwarteten Kosten- bzw. Energieeinsparungen nicht erfüllt werden. Ein interessanter Befund der Analyse ist, dass Maßnahmen zur Effizienzsteigerung des Gebäudes häufiger durchgeführt werden, wenn Hausbesitzer*innen darüber nachdenken, während Maßnahmen zur Energieproduktion (z.B. in Form von Solaranlagen oder Wärmepumpen) zwar häufig in Betracht gezogen werden, allerdings viel seltener auch tatsächlich umgesetzt werden.

Auf Basis der Befragungsergebnisse wurden wichtige Handlungsempfehlungen entwickelt wie die Sanierungsquote in der Region Oberland und darüber hinaus gesteigert werden kann. Vertiefende Informationen zu dem methodischen Vorgehen und den Ergebnissen der Studie finden Sie hier.

Maßnahmen, die von energetischen Sanierern in Betracht gezogen oder durchgeführt wurden

Akzeptanz für die regionale Energiewende

Im Rahmen eines Lehrforschungsprojektes am Department für Geographie der LMU München wurde eine Passantenbefragung (n=340) in ausgewählten Gemeinden der Modellregion zur Akzeptanz für die Energiewende allgemein, für verschiedenen Erneuerbaren-Energie-Anlagen am eigenen Wohnort sowie zum Informationsstand der Bürger*innen in Bezug auf die regionale Energiewende durchgeführt. Auch wenn die Umfrage nicht repräsentativ war und sich aus standardisierten Befragungen zur Einstellungsakzeptanz keine Rückschlüsse auf Konflikte bei der Planung von konkreten erneuerbaren-Energie-Anlagen vor Ort ableiten lassen, waren die Befragungsergebnisse für die Projektkommunikation ein wichtiger Baustein. So ist z. B. die Windkraft in der Region äußerst umstritten und der geltende Regionalplan sieht kaum Vorrangflächen für die Windkraft vor. In der Befragung gaben allerdings knapp 60 % der Befragten an, Windkraftanlagen am Wohnort eher zu befürworten. Es zeigte sich allerdings auch, dass die regionale Energiewende vor allem eine kommunikative Aufgaben ist: so war fast zwei Dritteln der Befragten das energiepolitische Ziel der Landkreise bis 2035 unabhängig von fossilen Energien zu werden nicht bekannt.

 

Ablehnung/Befürwortung diverser Energieanlagen am Wohnort

Vertiefende Informationen zu dem methodischen Vorgehen und den Ergebnissen der Studie finden Sie hier.