INOLA-Abschlussveranstaltung präsentiert die Hauptergebnisse aus 5 Jahren Forschungsarbeit und übergibt Konzept zur Gestaltung der regionalen Energiewende im Oberland

INOLA-Abschlussveranstaltung präsentiert die Hauptergebnisse aus 5 Jahren Forschungsarbeit und übergibt Konzept zur Gestaltung der regionalen Energiewende im Oberland

Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Projekt INOLA (Innovationen für ein Nachhaltiges Land- und Energiemanagement auf regionaler Ebene) begleitete die drei Landkreise Bad Tölz-Wofratshausen, Miesbach und Weilheim-Schongau fünf Jahre lang auf dem Weg die Region vollständig im Jahr 2035 mit erneuerbaren Energien zu versorgen. Gemeinsam mit regionalen Entscheidungsträgern und BürgerInnen wurden Lösungsansätze sowie mögliche Wege und Anreize für eine nachhaltige und sinnvolle Energieversorgung erarbeitet. Am 17.9.2019 wurden die Hauptergebnisse des Projektes in Beneditkbeuern rund 130 interessierten Vertretern in Benediktbeuern vorgestellt und im Anschluss Entwurf des Konzeptes zur Gestaltung der regionalen Energiewende im Oberland symbolisch den drei Landräten der Projektregion übergeben.

Bereits beim Grußwort waren sich die drei Landräte Andrea Jochner-Weiß, Wolfgang Rzehak und Klaus Koch einig, dass die qualitativ hochwertige Datengrundlage durch INOLA sehr wertvoll für die Arbeit in der Region ist und nun aber dringend die Zeit der verstärkten Umsetzung beginnen muss.

Prof. Dr. Wolfram Mauser (Ludwig-Maximilian-Universität, München) erläuterte in seinem Festvortrag wie Klimawandel und Energiewende zusammenpassen. Er machte deutlich, dass eine erfolgreiche Energiewende die Lösung des Klimawandels ist, der Klimawandel jedoch die Energiewende nicht löst. Er zeigte auf, dass eine erfolgreiche Energiewende nur durch eine intensive Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Interessensgruppen aus Wissenschaft und Praxis realisierbar ist. „Transdisziplinäre Forschung im Schulterschluss von Wissenschaft und Stakeholdern ist geeignet, die komplexe aber richtige Entscheidung der Gesellschaft auf dem Weg in eine nachhaltige Zukunft vorzubereiten“ zieht Prof. Mauser sein Fazit.

Dr. Anne von Streit (Gesamtprojektleiterin, LMU München) und Martin Danner (Teilprojektleiter, LMU München) stellten die Hauptergebnisse aus 5 Jahren Forschungsarbeit vor. Dabei wurde deutlich, dass das Ziel der Energiewende bis 2035 noch sehr weit entfernt ist und dringend stärker vorangetrieben werden muss. Die regionale Umsetzung der Energiewende, insbesondere der Ausbau Erneuerbarer Energien, verändert die Landschaft und benötigt Flächen. Um die Energiewende trotz Flächenkonkurrenzen zwischen Energieproduktion, Landwirtschaft, Tourismus, Naturschutz sowie Siedlungs- und Verkehrsflächen zu schaffen, müssen Kommunen, BürgerInnen, Unternehmen, Land- und Forstwirtschaft, Vereine und Verbände an einem Strang ziehen. Es gilt alle an der regionalen Energiewende zu beteiligen. Nur so kann Akzeptanz für Veränderungen geschaffen und die unterschiedlichen Interessen in der Region gewahrt werden. Zentrales Ergebnis der Arbeit von INOLA ist das Handlungskonzept Energiewende gemeinsam gestalten. Es bündelt zentrale Projektergebnisse, gibt Handlungsempfehlungen und benennt konkrete Maßnahmen und nächste Schritte für eine zukunftsweisende Umsetzung der Energiewende im Oberland.

In der anschließenden Podiumsdiskussion „ Wie geht es nun weiter mit der Energiewende im Oberland?“ tauschten sich die drei Landräte, Walter Huber (Geschäftsführer Stadtwerke Bad Tölz), Harald Gmeiner (Vorstand Alpenregion Schliersee Tegernsee) und Martina Raschke (Mitgründerin der Energiewende Oberland) aus. Im gemeinsamen Fazit waren sich alle einig, dass die fundierte Datengrundlage und die hochwertigen Forschungsergebnisse aus INOLA sehr wertvoll für die Region sind und es nun viel Mut und Energie braucht, um sofort mit der Umsetzung zu beginnen.

Zum Abschluss wurde den drei Landräten das Konzept symbolisch übergeben. Bei einem gemeinsamen Treffen der Fachbeiräte Energie und Klimaschutz der drei Landkreise im November werden diese Empfehlungen gemeinsam überarbeitet, priorisiert und verabschiedet. Ende Dezember wird das abgestimmte Handlungskonzept dann der Region übergeben.

Live-Mitschnitt zum Nachhören und -sehen unter: https://youtu.be/j3fBjCVbEIQ