INOLA vielfältig auf dem Deutschen Kongress für Geographie vertreten

INOLA vielfältig auf dem Deutschen Kongress für Geographie vertreten

Alle zwei Jahre findet an wechselnden Orten der Deutsche Kongress für Geographie  statt, das größte Treffen der deutschsprachigen Geographie. Auf dem vom 30.9.-4.10.2017 in Tübingen abgehaltenen Kongress war auch das Projekt INOLA vertreten. Die zwei beteiligten geographischen Lehrstühle der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) und die Bürgerstiftung Energiewende Oberland waren vor Ort, um verschiedene Aspekte zur Energiewende in der Region Oberland zu präsentieren.

Was wurde vorgestellt? Modellierung, Institutionalisierung und Szenarien der Energiewende

Veronika Hofer vom Lehrstuhl für Geographie und geographische Fernerkundung (LMU) stellte anhand eines Posters die „Flächenverteilte Modellierung erneuerbarer Energieanlagen auf regionaler Ebene“ im Leitthema „Umwelt in Bewegung“ vor (siehe Anhang). Auf Grundlage dieser Modellierung werden im weiteren Verlauf des Projekts INOLA verschiedene Ausbaupfade der erneuerbaren Energien in der Region durchgespielt und können mit ihren Effekten bewertet werden.

Unter dem Titel  „Institutionelle Praktiken in Regionalen Energiewendeprozessen“  untersuchten Dr. Anne von Streit (Projektleitung INOLA) und Michael Jedelhauser vom Lehrstuhl für Mensch-Umwelt-Beziehungen der LMU regionale Energiewendeprozesse. Sie zeigten auf, welche Rahmenbedingungen für Energiewenderegionen derzeit bestehen und welche Strategien Akteure regionaler Energiewendeprozesse in der Vergangenheit eingenommen haben, im Umgang mit den derzeitigen Rahmenbedingungen zurzeit einnehmen und künftig einnehmen könnten.

Annika Musch (LMU, Lehrstuhl für Mensch-Umwelt-Beziehungen) und Julian Bothe (EWO und LMU, Lehrstuhl für Mensch-Umwelt-Beziehungen) erläuterten den Prozess der Szenarienentwicklung in der Region. Im letzten Jahr wurden vier verschiedene mögliche Zukunftsbilder  für das Oberland gemeinsam mit über 60 regionalen und wissenschaftlichen Experten erarbeitet. Näheres findet sich ebenfalls auf der Homepage unter: http://inola-region.de/hp540/Ein-Blick-in-die-Zukunft-wie-koennen-sich-die-EWO-Landkreise-entwickeln.htm

Schließlich wurden die Themen Institutionalisierungsprozesse der Energiewende und im Besonderen die Fachbeiräte Energie/Klimaschutz der Region Oberland durch Dr. Anne von Streit und Julian Bothe vorgestellt. Auch im Vergleich mit den anderen Beiträgen in dieser Sitzung zeigte sich der Wert einer kleinteiligen Beobachtung und Vernetzung vor Ort.

Die Beiträge von INOLA stießen auf gute Resonanz und vielfältiges Interesse. Von besonderer Relevanz waren dabei - neben den inhaltlichen und theoretischen Aspekten - auch die gewählten methodischen Ansätze des Projektes. Der intensive und konstruktive Austausch wird die Forschungsarbeit im Projekt auch nach dem Geographentag nachhaltig bereichern.

„Wie die Reaktionen zeigen, ist das Projekt INOLA mit seinen vielfältigen Prozessen der Energiewende im bayerischen Oberland nicht nur für die Geographie oder das Oberland von Interesse, sondern auch für andere Regionen, die ähnliche Schritte auf dem Weg zu einer Energieversorgung aus erneuerbaren Energien gehen wollen“, so Projektleiterin Dr. Anne von Streit.

Beiträge des Projektes INOLA am Geographentag 2017 in Tübingen

Vortragende

Titel

Session

Veronika Hofer

Flächenverteilte Modellierung erneuerbarer Energieanlagen auf regionaler Ebene

Posterpräsentation im Leitthema „Umwelt in Bewegung“

Dr. Anne von Streit und Michael Jedelhauser

Institutionelle Praktiken in regionalen Energiewendeprozessen

Praxis - Brüche, Scheitern, Wandel

Annika Musch und Julian Bothe

Konstruktion von Energiewende durch Szenarien – von Innovationswünschen zu Konservatismus?

Geographien der Energiewende – Theorien und Methoden aus konstruktivistischer Sicht

Dr. Anne von Streit und Julian Bothe

Institutionalisierung, Politisierung und Raum – Energiewende im bayerischen Oberland 

The Production of Space in the Context of Environmental and Infrastructural Governance